Archiv für den Monat: Oktober 2012

Reifenkennzeichnung

Reifenkennzeichnung: Das neue EU-Reifenlabel.

Von Waschmaschinen, Kühlschränken, Trocknern oder Spülmaschinen kennt man ihn schon: Den Aufkleber in Ampelfarben, der anzeigt, wie effizient das Gerät in Bezug auf den Verbrauch bestimmter Ressourcen ist. Wieviel Strom wird verbraucht? Wieviel Wasser? Wieviele Gedecke können damit gespült werden, wieviele Kilogramm Wäsche werden durchschnittlich getrocknet? So soll sich der Verbraucher ein Bild von den ökologischen Eigenschaften seiner Haushaltsgeräte machen können.

Ab dem 1.November 2012 tritt nun die Verordnung Nr.1222/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates in Kraft, die eine solche Kennzeichnung auch für Autorreifen verpflichtend vorschreibt. Die so genannte EU-Reifenkennzeichnungsverordnung soll in erster Linie ein Beitrag zum Umweltschutz sein, betrifft aber auch die Fahrsicherheit.Neben Kraftstoffeffizienz und Geräuschpegel müssen die Nasshaftungseigenschaften des jeweiligen Reifens ausgewiesen werden.

Die EU nimmt dabei die Reifenlieferanten, Reifenhändler sowie Fahrzeuglieferanten und -händler in die Pflicht. Diese müssen sicherstellen, dass alle im Handel befindlichen Reifen korrekt gekennzeichnet sind. Dem Endverbraucher soll mithilfe des Aufklebers die Entscheidung für ein ökologisches, sicheres Produkt ans Herz gelegt werden. Weiter reichende Pflichten treffen ihn jedoch nicht.

Winterreifen

Boxenstopp: Reifenwechsel.

Die Vorschrift des § 2 Absatz 3a StVO ist unter dem Stichwort “Winterreifenpflicht” bekannt. Gemeint sind Reifen, die für Schnee und Matsch zugelassen sind. Für alle Autofahrer gilt seit Dezember 2010:

“Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte darf ein Kraftfahrzeug nur mit Reifen gefahren werden, welche die in Anhang II Nummer 2.2 der Richtlinie 92/23/EWG des Rates vom 31. März 1992 über Reifen von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeuganhängern und über ihre Montage (ABl. L 129 vom 14.5.1992, S. 95), die zuletzt durch die Richtlinie 2005/11/EG (ABl. L 46 vom 17.2.2005, S. 42) geändert worden ist, beschriebenen Eigenschaften erfüllen (M+S-Reifen).”

Aber woran erkennt man, dass die richtigen Reifen aufgezogen sind? Sobald sich mehrere Personen ein Fahrzeug teilen, ist es Sache eines jeden Fahrzeugführers, sich vom ordnungsgemäßen Zustand seiner Bereifung zu überzeugen.

Zur besseren Erkennbarkeit haben die meisten Reifenhersteller ihre Reifen mit “M+S” gekennzeichnet. Zusätzlich trägt der Reifen ein Piktogramm, das einen Berg mit einer Schneeflocke zeigt. Typischerweise weist das Profil eines Winterreifens mehr Einkerbungen auf als das eines Sommerreifens – das sieht allerdings nur, wer beide Reifenarten nebeneinander legt. Schließlich gilt alles, was eine geringere Profiltiefe als 4mm aufweist, als Sommerbereifung.

Wer bei den genannten Witterungsbedingungen mit den falschen Reifen unterwegs ist, riskiert Unfälle – und dazu ein Bußgeld nach dem BKatV von 40 oder 80 EUR nach den Nummern 5a und 5a.1 sowie einen Punkt im Register des Kraftfahrzeugbundesamtes in Flensburg.

Umweltzone

City-Maut – Sinnvoll oder nicht?

Auf der Verkehrsministerkonferenz am 4. und 5.10.2012 in Cottbus war sie das von der Öffentlichkeit am meisten beachtete Thema: Die City-Maut. Auch als Innenstadt-Maut oder Straßenzoll bezeichnet, soll sie dazu beitragen, den Straßenbau zu finanzieren und Verkehrsströme zu lenken. Sie wird zudem ähnlich der Feinstaubplakette, mit der die Schadstoffklasse von PKWs gekennzeichnet ist, als Beitrag zum Umweltschutz angesehen.

Eine “Eintrittskarte” für PKWs im innerstädtischen Bereich wäre Sache der Länder. Deren Verkehrsminister sind sich in Bezug auf die Sinnhaftigkeit einer solchen Mauterhebung uneinig, wie unter anderem der Bericht des Tagesspiegel oder der Märkischen Allgemeinen zeigen. Bei der Diskussion wird deutlich, dass sich nicht alle drei Ziele – Einnahmen, Verkehrslenkung, Umweltschutz – gleichermaßen gut damit verwirklichen lassen. Über die Auswirkungen verkehrslenkender Maßnahmen haben Knoflacher/Frey am Beispiel Wien eine Studie erstellt, die im Juni 2012 vorgestellt wurde.

Kritikpunkte an der City-Maut sind die damit verbundenen finanziellen Einschnitte für Berufspendler, aber auch die eingeschränkte Erreichbarkeit von Einkaufszentren und Freizeitangeboten im Innenstadtbereich. Ob im Gegenzug eine Verkehrsberuhigung erreicht werden kann, wird indes bezweifelt. Knapp formuliert: Berlin ist nicht London. Die meisten brandenburgischen Städte sind froh über jeden Besucher, der sich dorthin verirrt. Bisher liegen überdies keine genauen Zahlen darüber vor, wie sich eine solche Mauterhebung auf die Geldbeutel der Autofahrer auswirkt. Klar ist, dass eine Mauterhebung eine Erfassung der einzelnen Fahrzeuge voraussetzt. Beispielsweise verfügen alle LKW über eine on board unit, die die gefahrene Strecke erfasst. Bevor also mit Hilfe einer Maut Einnahmen erzielt werden können, stehen erhebliche Ausgaben an.