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Fahren ohne Versicherungsschutz.

Wer mit einem Fahrzeug unterwegs ist, dessen Haftpflichtversicherung abgelaufen ist, riskiert mehr als nur ein bißchen Ärger. Die BZ berichtete jüngst über den Fall des brasilianischen Fußballprofis Ronny (Hertha BSC), dessen Auto vorübergehend still gelegt werden musste, weil die Haftpflichtversicherung abgelaufen war.

Fahren ohne Versicherungsschutz – das hört sich vollkommen harmlos an, stellt aber tatsächlich eine Straftat dar, § 6 Pflichtversicherungsgesetz, die mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe oder mit einer Geldstrafe bis zu einhundertachtzig Tagessätzen geahndet werden kann. Obendrauf sind 6 Punkte beim Kraftfahrzeugbundesamt in Flensburg möglich, sollte eine Verurteilung erfolgen. Gebrauch oder Gestatten des Gebrauchs unversicherter Kraftfahrzeug oder Anhänger lautet dort der Tatbestand des Delikts. Passiert ist so etwas schnell – vor allem bei Fahrzeugen, die nur saisonal genutzt werden, wie Moped, Motorrad oder Cabriolet.

Deshalb wird in der Praxis auch schon einmal von der Strafverfolgung abgesehen, wenn eine schlüssige Erklärung für die fehlende Versicherung vorliegt. “Schlüssig” heißt nicht, dass jede Ausrede genügt. Wer die Post von der Zulassungsstelle ignoriert, muss die Folgen tragen. Der genannte Fußballspieler dürfte Glück im Unglück haben. Er versteht die Landessprache nicht gut, weshalb ihn sein Spielerberater ihn in solchen Angelegenheiten unterstützt. Laut des BZ-Berichts lag ein technischer Fehler bei der zuständigen Versicherungsagentur vor.

Verlassen sollte man sich auf die Einstellung des Verfahrens allerdings nicht. Im Falle einer Verurteilung erkennen die Gerichte jedoch zumeist nur auf eine Geldstrafe.